High Tech Mentaltraining - Peak Performance

Modernes, in die Zukunft gerichtetes Mentaltraining basiert auf den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung. Mentaltraining hat sich schon immer aus psychologischen Erkenntnissen und psychotherapeutischen Methoden gespeist. Je weiter diese voranschreiten wird sich auch das Mentale Training weiterentwickeln müssen.
Eine neue Methode, die in den letzten Jahren umfangreich erforscht wurde, ist EMDR. EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, ein komplexes psychotherapeutisches Verfahren, das seit Beginn der 90er Jahre überaus erfolgreich in der Trauma-Therapie eingesetzt wird. Es arbeitet mit bilateraler Stimulation, d.h. Stimulation beider Gehirnhälften, primär über Augenbewegungen, aber zunehmend auch unter Einbindung des gesamten Körpers durch bilaterale Körperstimulation (Tapping) oder auditiven Signalen. Hier wirkt eine spezifische Musik mit gezielt unterlegten Rechts-, Links- Tönen.
Die Anwendung beschränkt sich mittlerweile nicht nur auf die Traumatherapie. Sogar spezielle Coaching-Methoden wirken höchst effizient auf der Basis von Bilateralen Stimulation. 2015 wurden in einem ersten Kongress in Heidelberg die unterschiedlichen Konzepte unter den Begriff „Multisensorische Bifokale Methoden“ zusammengefasst.
Was bewirkt Bilaterale Stimulation? Normalerweise wird Erlebtes vom Gehirn verarbeitet und ad acta gelegt. Manche Erlebnisse können jedoch mentale Blockaden hinterlassen. Sind sie geringfügig, kann das Gehirn sie ohne Hilfe bewältigen, so wie der Körper eine kleine Schnittwunde selbständig heilt. Sind sie allerdings schwerwiegend, kann der Regulationsmechanismus des Gehirns überfordert sein. Das Erlebte wird in unverarbeiteter Form im Gehirn fraktal abgelegt und durch ähnliche Situationen immer wieder unkontrolliert evoziert. Dadurch kann es zu allen denkbaren Störungen, Ängsten und Blockaden kommen: Das weitere Leben steht im Schatten des Erlebten. Hier hilft Bilaterale Stimulation bei der Reorganisation der Erlebnisinhalte und deren Bewertung. Bilaterale Stimulation synchronisiert beide Gehirnhälften - unser gesamtes mentales Potential ist so an der Problemlösung beteiligt. Ferner aktiviert sie die Amygdala, unser Bewertungssystem – so können Erfahrungen und Wahrnehmungen neu und konstruktiv bewertet werden. Ein weiterer Wirkmechanismus liegt in der Aufmerksamkeitsteilung: durch die gleichzeitige Konzentration auf Herausforderungen und die bilaterale Stimulation im Hier und Jetzt lernt das Gehirn, sich nicht von assoziierten Emotionen, Kognitionen und Bildern beeinflussen zu lassen. Es findet eine Dosierung und Distanzierung hinsichtlich der Belastung statt - der Klient erlangt immer mehr Kontrolle. Gleichzeitig findet durch die Fokussierung auf die Belastung und gleichzeitig stattfindenden Entspannung und Gehirnhälften-Synchronisation ein Zustand der reziproken Hemmung statt - Anspannung und Entspannung zugleich ist nicht möglich, und das Belastungsniveau des Klienten wird reduziert. Entscheidend ist jedoch die neuronale Veränderung des synaptischen Potenzials. Neuronal verbinden sich Belastungsnetzwerke mit Ressourcen-Netzwerken mit der Folge, dass die Belastung nicht mehr ohne gleichzeitige Aktivierung der Ressource wahrgenommen wird. Gerade diesem „bipolaren Prinzip“ kommt eine enorme Bedeutung zu. Biochemisch ist hier insbesondere die Ausschüttung von Acetylcholin wichtig, die beispielsweise auch ganz automatisch in den REM-Phasen unseres Schlafes stattfindet. Letztlich findet hier das Zitat von Donald Hepp aus den späten Vierziger Jahren Anwendung: „Neurons, that fire together, wire together.“
So macht es Sinn die klassischen Methoden des Mentalen Trainings mit den Erkenntnissen, Wirkprinzipien und Methoden der modernen Hirnforschung zu verknüpfen.
Hierbei bekommt das Menatale Training Unterstützung durch die moderne Technik. Blaulichtbrillen mit integrierter Bilateraler Stimulation oder spezifisch entwickelte Musik mit Rechts-, Links- Stimulation können gezielt im Mentaltraining einegsetzt werden. Mit Apps auf Smartphones oder Tablets kann der Grad der Herzkohärenz und Entspannung überprüft werden. In Trainingssituation ist solch ein Monitoring überaus hilfreich, um feststellen zu können, ob der gewünschte mentale und emotionale Zustand tatsächlich erreicht wurde. Somit dienen diese Apps leztlich auch der Qualitätssicherung im Mentalen Tarining.

Die Erkenntnisse der neuesten Hirnforschung zeigen auf, dass sich modernes Mentaltraining nicht nur mit dem Kopfhirn beschäftigen darf sondern auch die Vernetzung von Bauch (enterisches System) und Herz berücksichtigen muss. Wir wissen zwar am meisten über den Kopf, seine Anatomie, Vernetzungen und Arbeitsweisen, in den nächsten Jahren wird das Wissen um den Mensch als vernetztes System auch in Coaching- und Trainingskontexten eine größere Bedeutung bekommen.

Das Bauchhirn

„Die wahre Klugheit kommt aus dem Bauch – und das ist erst der Anfang ...“ Über die neuronale Wirksamkeit des Bauchhirns sind erst in den letzten Jahren erste Erkenntnisse erwachsen. Im Bauchhirn gibt es mehr als 100 Millionen Nervenzellen, somit mehr Neuronen als im gesamten Rückenmark. Wobei Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren exakt gleich sind. Interessanterweise gibt es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.
Interessantes weist die Kommunikation zwischen Kopf- und Bauchhirn auf. Das Bauchhirn sendet mehr Informationen an das Kopfhirn als es von diesem empfängt
80% der Geistesblitze kommen aus dem Bauchhirn (auch beim trockenen Denker) im Kopf findet lediglich die Verarbeitung statt.
Im Bauch werden nicht nur Stimmungen generiert, das enterische Nervensystem ist die Quelle psychoaktiver Substanzen wie Serotonin, Dopamin und Opiaten. Mindestens 40 Nervenbotenstoffe werden dort produziert, die einen starken Einfluss auf das Denksystem haben. Im Tiefschlaf sind sogar rhythmische Wellenbewegungen registrierbar, vergleichbar dem Zucken in der REM-Phase
Die evolutionsgeschichtliche Erklärung lässt vermuten, dass in grauer Vorzeit Tiere nur ein Nervensystem im Körper hatten. Mit der Weiterentwicklung wurde ein 2. komplexeres Nervensystem nötig – das Gehirn. Die Nachkommen mussten direkt nach der Geburt „ernährungsfähig“ sein – also beließ die Natur das 1. Gehirn im Bauch.
Die Konsequenz für modernes Mentaltraining liegen in einem noch größeren Fokus auf die Wahrnehmung der Emotionen –sie sind direkter Ausdruck aus dem „Bauchladen“. Hier müssen moderne Methoden des Mentalen Trainings vermehrt ansetzen mit Schulung der Selbstwahrnehmung durch Achtsamkeit, Stärkung der Intuition und das Vertrauen in sie, mit einer noch intensiveren Einbeziehung des Körpers und der Körperwahrnehmung als Ressource sowie der Einbeziehung unbewusster Ich-Anteile – „Genies hoffen nicht auf Zufälle, sie schaffen sie ...“

Das Herzhirn



Es hat ebenso wie das Bauchhirn ein eigenes Netzwerk aus ca. 40.000 Neuronen, eine Art eigenes kleines Gehirn. Seit Jahren weiß die Wissenschaft, dass Vorgänge im Gehirn das Herz beeinflussen, dass das Gleichgewicht des Herzens aber auch das Gehirn beeinflusst, wird erst in neuerer Zeit deutlich. Forscher gehen davon aus, dass das Herzhirn eigenständig wahrnimmt, und abhängig davon das Herz sich selbst regulieren kann. Es spürt Veränderungen schneller als dass Kopfhirn, kann die Zukunft also besser intuitiv vorhersehen und wiederum den gesamten Organismus beeinflussen. Neben den Neuronen verfügt das Herz über eine eigene Hormonfabrik. So kann die Leistungsfähigkeit über Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin vom Herzen beeinflusst werden. Zudem kann es herzeigene Hormone wie Oxytocin ausschütten, die wiederum die emotionale Bindung stärken. Über die direkte Verbindung mit dem Bauchhirn hat das wiederum auch Auswirkung auf das Kopfhirn. Eine weitere Besonderheit ist das elektromagnetische Feld des Herzens. Es kann bis zu mehreren Metern Entfernung gemessen werden und ist das größte des menschlichen Körpers. Es hat nicht nur Auswirkung auf den eigenen Körper sondern beeinflusst sogar andere Menschen in unserer Umgebung. Die Wellen können sich sogar synchronisieren. Da bekommt der Begriff „Herzensenergie“ eine ganz praktische Bedeutung. Die Notwendigkeit dieses Systems liegt in der Evolution begründet. Elektromagnetische Wellen waren eine Form überlebenswichtiger Kommunikation, die dafür sorgte, dass Menschen sich besser austauschen und verstehen konnten.

Wenn Herzhirn und Kopfhirn in Balance sind, zeigen Studienergebnisse, dass Menschen entspannter sind, besser atmen, weniger gestresst sind, emotional besser mit den Herausforderungen des Lebens umgehen können und deutlich mehr Flow-Zustände erleben. Dann sprechen wir von Herzkohärenz. Gerade im Mentaltraining mit Spitzensportlern wird das Wissen um die Herzratenvariabilität eingesetzt, um Spitzenleistung gezielt abrufen zu können.